Ob Beleidigungen im Netz, Bedrohungen im Zug oder auch körperliche Gewalt auf dem Marktplatz: Immer wieder kommt es in der Öffentlichkeit zu Situationen, in denen andere Hilfe benötigen. Der WEISSE RING, Deutschlands größte Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer, möchte am „Tag der Zivilcourage“ am 19. September 2026, auf die Bedeutung von Zivilcourage aufmerksam machen und veranstaltet daher rund um diesen Tag verschiedene Aktionen in ganz Deutschland.
„Die Stimmung in Deutschland ist gerade ziemlich angespannt“, sagt Bernhard Grabietz, Außenstellenleiter des WEISSEN RINGS in Märkisch Oderland. „Das merken wir im Netz, aber auch auf der Straße. Daher ist es wichtig, genau hinzusehen und zu handeln, wenn eine Situation bedrohlich wirkt.“
Diese fünf Regeln der Zivilcourage sollten möglichst immer beachtet werden:
- Situation genau beobachten, gegebenenfalls aus der Distanz handeln.
Sich nicht selbst in Gefahr bringen. - Die Polizei unter 110 anrufen.
- Möglichst handeln, bevor sich die Situation zuspitzt.
- Andere Passanten aktiv um Mithilfe und Unterstützung bitten.
- Sich um das Opfer kümmern.
Ob in der realen oder digitalen Welt, wichtig sei es, dass Hetzerinnen und Hetzer Gegenrede und Widerspruch erfahren. „Wenn sich niemand einschaltet, kann das dazu führen, dass sie sich dadurch bestärkt und legitimiert fühlen. Wir müssen hier ganz klar für unsere Werte und auch für unsere Demokratie einstehen“, so Bernhard Grabietz. Dabei müsse allerdings unbedingt beachtet werden, selbst sachlich, konstruktiv, freundlich und deeskalierend zu bleiben.“
Diese Regeln können bei digitaler Zivilcourage helfen:
- Unterstütze das Opfer mit sachlicher und klarer Gegenrede.
- Nicht auf lange Diskussionen einlassen. Je mehr Kommentare ein Post bekommt, umso größer wird die Reichweite.
- Kommentare den Plattformen melden.
- Strafrechtliche Inhalte anzeigen.
- Für eigene Sicherheit sorgen mit starken Passwörtern und Privatsphäre-Einstellungen.
Die rund 3000 ehrenamtlichen, professionell ausgebildeten Opferhelferinnen und Opferhelfer in den fast 400 Außenstellen des WEISSEN RINGS stehen allen Betroffenen in Notlagen persönlich zur Seite. Das gilt natürlich auch für Menschen, die als Helferinnen oder Helfer, als Zeuginnen oder Zeugen von der Tat betroffen sind.
Die Außenstelle Märkisch-Oderland ist unter folgender Telefonnummer zu erreichen: 0151 / 55164697.
Foto: Screenshot vom 18.09.2026 10:50 Uhr - Deutlicher Anstieg bei Opferfällen - Weisser Ring Magazin
Hintergrund: Der WEISSE RING wurde 1976 in Mainz gegründet als „Gemeinnütziger Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten e. V.“. Er ist Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität. Der Verein unterhält ein Netz von rund 3.000 ehrenamtlichen, professionell ausgebildeten Opferhelferinnen und -helfern in bundesweit 400 Außenstellen, beim Opfer-Telefon und in der Onlineberatung. Der WEISSE RING hat mehr als 100.000 Förderer und ist in 18 Landesverbände gegliedert. Er ist ein sachkundiger und anerkannter Ansprechpartner für Politik, Justiz, Verwaltung, Wissenschaft und Medien in allen Fragen der Opferhilfe. Der Verein finanziert seine Tätigkeit ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und testamentarischen Zuwendungen sowie von Gerichten und Staatsanwaltschaften verhängten Geldbußen. Der WEISSE RING erhält keine staatlichen Mittel.
