Spreti-Villa

Beschreibung
Das die Spreti-Villa umgebende Areal ist eng verknüpft mit der Blütezeit des Galopprennsports in Hoppegarten und Neuenhagen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Gebrüder Arthur und Carl von Weinberg aus Frankfurt am Main – beide waren Teilhaber der Firma Cassella, die synthetische Farbstoffe herstellte – errichteten auf dem Areal am Amselsteg ab 1913 den Rennstall des Gestüts „Waldfried“. Er zählte zusammen mit Graditz und Schlenderhan zu den erfolgreichsten Rennställen in Deutschland. Auf dem großzügigen Areal entstanden neben Stallungen auch eine überdachte Reitbahn sowie drei Wohnhäuser für Trainer, Futtermeister und Jockeys. 1924 ließ sich Rudolf Graf von Spreti, der Schwiegersohn von Arthur von Weinberg, auf dem Gelände eine Villa errichten. Seit 1919 lag die Leitung des Rennstalls in seinen Händen. Er war ein bekannter und einflussreicher Förderer des Galopprennsports. Im Volksmund hieß das Herrenhaus abwechselnd „Spreti-Villa“ nach ihrem Erbauer oder auch „Festa-Villa“ nach der berühmtesten Zuchtstute des Rennstalls. Noch heute ist das Herrenhaus in seiner ursprünglichen Anlage erhalten mit den Repräsentationsräumen im Erdgeschoss (wurden baulich verändert), den Stuckdecken, dem herrschaftlichen Treppenaufgang sowie dem neo-barocken Marmorkamin mit blau-weißen Delfter Kacheln. Ab 1951 war die Villa Tuberkulose-Krankenhaus, ab 1981 diente sie als Dauerheim für geistig behinderte Kinder. Seit 1990 ist die „Spreti-Villa“ Domizil der Förderschule „Am Amselsteg“ für geistig behinderte Kinder. Der Rennstall selbst war noch bis 1993 in Betrieb. Berühmtester Jockey des Rennstalls war Otto Schmidt. Die Straßen im die Villa umgebenden neuen Wohngebiet sind nach berühmten Persönlichkeiten bzw. Rennställen des deutschen Galopprennsports benannt.