Fallada-Siedlung

Beschreibung
Die Wohnungsbaugesellschaft „Stadt und Land“ (bis heute in Berlin ansässig) erbaute ab 1929 an der ehemaligen Königsallee (heute Hauptstraße) eine kleine Reihenhaussiedlung. Sie erhielt den Straßennamen „Grüner Winkel“. Im August 1930 bezog der Schriftsteller Hans Fallada, der mit bürgerlichem Namen Rudolf Ditzen hieß, hier mit seiner Frau Anna und Söhnchen Ulrich ein Häuschen (heute Fallada-Ring 10). In der Zeit von Oktober 1931 bis Februar 1932 verfasst er hier seinen wohl berühmtesten Roman „Kleiner Mann – was nun?“ In Falladas Erinnerungen „Damals bei uns daheim. Heute bei uns zu Haus“ widmet er einen Passus seiner Zeit in Neuenhagen: „Wir kauften in der Strausberger Gegend ein Einfamilienhaus mit zweieinhalb Zimmern und einem Garten – auf Abzahlung. Das Häuschen hatte zweiundfünfzig Quadratmeter Wohnfläche, der Garten sogar hundert Quadratmeter. Wir waren Herrn über hundertzweiundfünfzig Quadratmeter Eigentum, meine Lieben, Eigentum! ... Jeden Morgen, wenn Suse den Hausstand besorgte, zog ich mit meinem Sohn im Kinderwagen los. Er lag darin, spielte mit seinen Fingern oder seiner Nase und sah mit seinen blauen Augen in den blauen Himmel … Ich schob den Wagen, ich schon ihn durch Altenhagen, ich schob ihn durch Neuenhagen, ich schob ihn durch Bollensdorf, durch Hoppegarten, ich schob ihn bis Altlandsberg“. Anlässlich des 70. Geburtstages von Hans Fallada wird die Siedlung Grüner Winkel in Anwesenheit der Witwe Falladas, Anna Ditzen, in Falladaring umbenannt. Heute erinnert eine Gedenktafel am Haus Nummer 10 an Falladas einstigen Wohnsitz.