Die Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter haben eine wichtige und zukunftsweisende Entscheidung getroffen: Die Zusammenarbeit mit der Jugendwerkstatt Hönow, die die Kontaktsozialarbeit Neuenhagen betreibt, wird im Rahmen einer neuen Leistungsvereinbarung für weitere fünf Jahre fortgesetzt. Damit setzt die Gemeinde ein klares Zeichen und übernimmt weiter Verantwortung für junge Menschen in der Gartenstadt. „Für 2026 gewährt die Gemeinde einen Zuschuss in Höhe von 166.000 Euro und stellt damit ein Angot zur Verfügung, dass sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 27 Jahren richtet“, freut sich Bürgermeister Ansgar Scharnke bei der Vertragsunterzeichnung im Rathaus.
Ein besonderer Schwerpunkt der Aufgaben und Angebote der Jugendwerkstatt liegt auf der sogenannten Kontaktsozialarbeit. Diese unterscheidet sich deutlich von der klassischen Jugendarbeit in festen Einrichtungen. Die Fachkräfte arbeiten aktiv aufsuchend im öffentlichen Raum. Sie gehen dorthin, wo Jugendliche sich treffen – auf Plätze, in Parks oder an Treffpunkten im Ort. Sie warten nicht ab, bis jemand Hilfe sucht, sondern bauen selbst Kontakt auf. Dadurch erreichen sie auch junge Menschen, die von herkömmlichen Angeboten oft nicht angesprochen werden oder diese bewusst meiden. Besonders belastete oder schwer erreichbare Jugendliche erhalten so Unterstützung. Konflikte können direkt vor Ort angesprochen und entschärft werden, bevor sie sich verfestigen. Diese hohe Flexibilität und die unmittelbare Präsenz machen die Kontaktsozialarbeit zu einem wichtigen präventiven Instrument.

Ergänzt wird diese mobile Arbeit durch das neue Kontakt- und Projekthaus in der Ziegelstraße, dass nach der Eröffnung im Juli 2025 immer mehr mit Leben gefüllt wird. Es dient als feste Anlaufstelle für Beratungsgespräche, individuelle Unterstützung und Projektarbeit. Hier können vertrauliche Gespräche in geschütztem Rahmen stattfinden. Das Haus ersetzt die Arbeit im öffentlichen Raum nicht, sondern ergänzt sie sinnvoll. Es verbindet aufsuchende Arbeit mit einem Ort der Stabilität und Verlässlichkeit.
Dass für diese Weiterentwicklung mehr finanzielle Mittel bereitgestellt werden, ist eine bewusste und richtige Entscheidung. Gute Präventionsarbeit verhindert spätere, oft deutlich teurere Problemlagen. Vor allem aber geht es nicht nur um Kosten, sondern um Verantwortung. Junge Menschen brauchen Unterstützung – und sie verdienen sie.
Die neue Vereinbarung mit seinen Rahmenbedingungen ist ein zentraler Baustein im Konzept der Gemeinde für eine moderne Jugendsozialarbeit. Ziel ist es, näher an den Lebenswelten junger Menschen zu sein, flexibler auf Entwicklungen zu reagieren und frühzeitig zu unterstützen, bevor Probleme größer werden. „Die in unserem Arbeitsumfeld eher ungewöhnlich lange Laufzeit von fünf Jahren schafft Planungssicherheit für die Fachkräfte und Verlässlichkeit für die Jugendlichen“, erklärt Anja Pleinert, Geschäftsführerin der Jugendwerkstatt Hönow.
Die Arbeit der Kontaktsozialarbeit umfasst ein breites Spektrum an pädagogischen Angeboten, die mehrere Handlungsfelder abdecken. Dazu gehören Partizipationsprojekte, offene Treffpunktarbeit, aufsuchende Arbeit, Beratung junger Menschen, offene Angebote, sozialpädagogische Gruppenarbeit oder die Unterstützung der Eigeninitiative und ehrenamtliches Engagement.
Autorin: Daniela Brandt ist in der Gemeinde Neuenhagen bei Berlin im Fachbereich Bürgerdienste und Einrichtungen für die Jugendsozialarbeit/Kinder- und Jugendbeteiligung verantwortlich.
