Bronze nach Neuenhagen geholt


PPP – diese drei Buchstaben stehen für ein wirkungsvolles therapeutisches Mittel im Kampf gegen die Symptome des Parkinson-Syndroms. Regelmäßiges Tischtennisspielen (wie auch Tanzen und Boxen) schult Koordination, Motorik, Reaktionsfähigkeit, Konzentration und das Gleichgewicht – Fähigkeiten, die durch Parkinson heimtückisch und langfristig verloren gehen. Neben dieser positiven Wirkung vermitteln die Tischtennisgruppen und -vereine ein Gemeinschaftsgefühl und holen Betroffene aus einer drohenden Isolation. Spielen kann jeder, vom Anfänger bis zum Punktspieler.

Bei der kürzlich zu Ende gegangenen diesjährigen Weltmeisterschaft in Hannover mit einer Rekordbeteiligung von über 800 Spielerinnen und Spielern aus 35 Ländern trafen sich jene PPP-Sportler, die durch regelmäßiges Training in den Vereinen ein hohes sportliches Niveau erreicht haben.

Aus allen Ecken der Welt sind sie nach Hannover gekommen, beispielsweise aus Japan, Australien, USA, Brasilien, insgesamt aus 35 Ländern – und eben auch aus Neuenhagen. Marc Gebauer und Kerstin Kunow, beide im PPP in der SG Rot-Weiss Neuenhagen aktiv, hatten nicht nur den Mut, sondern auch die spielerischen Fähigkeiten, sich mit der Weltelite im Einzel und im Mixed sowie auch im Doppel (mit jeweils anderen Partnern) zu messen. Und dies mit bemerkenswertem Erfolg.

Am Ende der ca. 4.000 Spiele an 90 Tischen in drei Hallen hat es Kerstin Kunow bis auf das Siegertreppchen geschafft und bringt sensationell eine Bronzemedaille mit zurück nach Neuenhagen.
Marc Gebauer setzte sich souverän bis ins Achtelfinale durch. Auch im Doppel und Mixed machten beide gute Spiele in der Vorrunde und erreichten die K.-o.-Runde.

Der Erfolg dieser beiden Sportler wird ohne Frage weiteren an Parkinson erkrankten Menschen Mut machen im Kampf gegen die Krankheit. Die Ausrichtung dieser WM in einer internationalen Sportstadt wie Hannover zeugt vom hohen Stellenwert dieses Sports. Das betonten auch die anwesenden Vertreter der niedersächsischen Landesregierung und der Oberbürgermeister der Stadt Hannover in ihrem Grußwort auf der eindrucksvollen und sehr emotionalen Eröffnungsveranstaltung in der Swiss Life Hall Hannover.

Angereist war auch Nenad Bach, der „Godfather“ des PingPongParkinson, der diesen international tätigen gemeinnützigen Verein 2017 in New York ins Leben gerufen hatte. Der kroatisch-amerikanische Musiker performte mit seiner Gitarre einen Parkinson-Song und gab schließlich zusammen mit Thorsten Boomhuis (Mitbegründer von PPP Deutschland) den Startschuss für die Wettkämpfe mit einem kurzen Ballwechsel.

Bach skizzierte nochmals bildlich die Grundidee des PPP. Da ist einerseits dieser kleine Ball auf der Platte, der den Gesetzen der Gravität folgt, und andererseits der Raum zwischen den vielen Platten, in dem sich die Spieler in einem Fluss gleich bewegen, kommunizieren, sich austauschen, gemeinsam Spaß haben und so die Krankheit überwinden. PPP ist eine große Familie, die sich im kommenden Jahr wieder zur WM treffen wird, dann in der Schweiz.  

Autor: Wolfgang Behrens (PPP Neuenhagen)