Eingang historisches Rathaus
Alle Eltern mit Kita-Kindern werden ab April beitragsfrei gestellt

Die Gemeinde Neuenhagen möchte in dieser schwierigen Zeit der Corona-Pandemie zur Entlastung der Eltern beitragen. Der Hauptausschuss hat deshalb gestern beschlossen, dass die Gemeinde ab April 2020 für alle Kinder in kommunalen Kitas keine Kostenbeiträge und keinen Zuschuss zum Mittagessen erhebt. Dies gilt ab dem 1. April 2020 bis zum Ende des Monats, in dem die Betriebsschließung der kommunalen Kindertagesstätten gilt. 

Dieser Beschluss geht damit über die Richtlinie des Landes Brandenburg hinaus, die eine Beitragsfreiheit ab April für alle Eltern vorsieht, deren Kinder aufgrund der verfügten Schließung aller Kitas seit dem 18. März nicht mehr in den Einrichtungen betreut werden. Danach müssten ab April alle Eltern, die in der sogenannten kritischen Infrastruktur tätig sind und deren Kinder in einer Notbetreuung in den Kitas versorgt werden, ihre Elternbeiträge weiterhin zahlen. „Gerade die Eltern, die jetzt aufgrund ihrer Tätigkeit als Verkäuferin oder Ärztin extrem beruflich eingespannt sind, müssten dann die Elternbeiträge zahlen. Wir halten dies für sozial ungerecht. Deshalb haben wir diesen Vorschlag, die Elternbeiträge für alle Kinder der kommunalen Kitas auszusetzen, eingebracht“, erläutert Gunter Kirst, zuständiger Fachbereichsleiter im Neuenhagener Rathaus. Die Mitglieder des Hauptausschusses folgten dem Vorschlag der Verwaltung einstimmig. Er steht gegenwärtig jedoch noch unter dem Vorbehalt des Inkrafttretens der Richtlinie des Landes Brandenburg, nach der Kita-Träger finanziell unterstützt werden und  den Landkreisen Zuwendungen zur finanziellen Unterstützung der Kita-Träger zum Ausgleich von entgangenen Elternbeiträgen, für die Kinder, die nicht betreut werden, gewährt werden sollen. Die Gemeinde Neuenhagen rechnet jedoch damit, dass diese Richtlinie zeitnah in Kraft gesetzt wird.

Nach gut einer Woche Schließung der Kitas kann die Gemeinde feststellen, dass die Anzahl der betreuten Kinder sehr gering ist. Nur ca. ein Drittel der Eltern, die berechtigt sind, eine Notfallbetreuung in Anspruch zu nehmen, bringen ihre Kinder auch tatsächlich in eine kommunale Kita. Soweit es geht, kümmern sich also die Eltern darum, ihre Kinder irgendwie anderweitig zu betreuen. „An dieser Stelle möchten wir allen Eltern herzlich dafür danken, dass sie umsichtig und besonnen auf die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie reagieren“, sagt Gunter Kirst.