Von Pilzen, Läusen und einem Glocken-Irrtum - die neue "Lebenszeit" ist erschienen


Eigentlich war die altehrwürdige Ave-Maria-Glocke, die seit mehr als 700 Jahren in der Neuenhagener Dorfkirche hängt, für die Altlandsberger Kirche gedacht. Und auf dem Lauseberg im Süden der Gemeinde gibt es keine Läuse. Und der Neuenhagener „Pilz“ heißt nicht etwa so, weil hier viele Pilze wachsen, sondern weil an dieser Stelle einst ein kleines Umspannwerk stand, das die Form eines Pilzes hatte. Dieses und vieles mehr aus der älteren und jüngeren Vergangenheit Neuenhagens erfuhren die Gäste in der Anna-Ditzen-Bibliothek, die zur Premiere der neuen „Lebenszeit“-Broschüre gekommen waren. Zu hören war an diesem Nachmittag auch, dass früher die Bimmelbahn von Hoppegarten nach Altlandsberg einen eigenen Bahnhof im Neuenhagener Ortszentrum hatte und dass im früheren „Edda“-Kino schon 1950 Theateraufführungen stattfanden. Marianne Wachtmann, Dr. Erich Siek und Jutta Skotnicki, die die 16. Ausgabe der Lebenszeit vorstellten, hatten viele aufmerksame Zuhörer, von denen einige selbst als Autoren in der rund 100 Seiten starken Broschüre vertreten sind.

Der Seniorenbeirat, der Förderverein vom Haus der Senioren und die Gemeindeverwaltung bringen gemeinsam aller zwei Jahre diese Sammlung von Texten zur Ortsgeschichte heraus, um damit wertvolle Zeitzeugenarbeit zu leisten. Denn vieles, was in den nunmehr 16 Heften veröffentlicht wurde, ist den jüngeren Neuenhagenern aus eigenem Erleben nicht mehr bekannt. So hat sich Kai Hildebrandt in der aktuellen Ausgabe dem „Handel und Wandel“ in der Eichenallee (der heutigen Rudolf-Breitscheid-Allee) gewidmet. Hier gab es in den 1930er Jahren eine Vielzahl von Geschäften und gastronomischen Einrichtungen, von denen heute kaum noch welche vorhanden oder die als solche nicht mehr erkennbar sind. Ortwin Schubert hat einen ausführlichen Beitrag über die Neuenhagener Legende des Galopprennsports Otto Schmidt verfasst, den er selbst noch als kleiner Junge als Nachbarn erlebte. Annemarie Fahle widmet sich in ihrem Beitrag alten Flurnamen in der Gemeinde wie dem Lauseberg, der Fasanerie oder den Butterbergen. Die Historie der Gärtnerei Blumen Liebe ist ebenso nachzulesen wie die der Gaststätte „Deutsches Haus“ oder des heutigen Schulkomplexes vom Internationalen Bund. Erinnert wird an den „malenden Hausmeister“ Walter Kastner, der bis zu seinem Tod auch die Lebenszeit-Broschüren mit seinen wunderbaren Zeichnungen vervollkommnete. In dieser Ausgabe wurden nun – soweit vorhanden – historische Fotos als Illustrationen verwendet 

Die „Lebenszeit XVI – Neuenhagener Geschichten“ ist im Buchhaus Bünger, bei Brandenburg-Buch, bei Elektro-Hildebrandt, in der Anna-Ditzen-Bibliothek, im Lottoladen am Schäferplatz, im Haus der Senioren und im Bürgerservice des Rathauses ab sofort erhältlich. Preis: 5 Euro.

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